Generalprobe zum Völkermord

PRESSEMITTEILUNG
Der Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Rheinland-Pfalz gedenkt am 16. Mai 1940 der familienweisen Deportation von Sinti und Roma in das nationalsozialistisch besetzte Polen

Mit Beginn des 16. Mai 1940 wurden die Deportationen von Sinti und Roma in die Konzentrations- und Vernichtungslager erstmals familienweise durchgeführt. An diesem Tag begann vor 82 Jahren die systematische Vernichtung von Sinti und Roma während der NS-Zeit. Diese Aktion galt gleichzeitig als Testlauf für die Massendeportationen und sollte zur Optimierung der organisatorischen Abläufe und der Zusammenarbeit von Reichssicherheitshauptamt, Ortspolizei und Reichsbahn dienen. Die Nationalsozialisten wollten erproben, ob es möglich ist, so viele Menschen zu transportieren und diese zu überwachen. Weiterhin sollte geprüft werden, ob und inwieweit die verhafteten Menschen Widerstand leisten würden und wie die Bevölkerung auf diese öffentliche Massendeportation reagieren würde. Die Sinti und Roma-Familien aus Mainz, Landau, Ingelheim, Worms, Ludwigshafen und der restlichen Süd-Pfalz wurden zuerst in das Sammellager Hohenasperg gebracht, während man die Familien aus den Regionen Koblenz und Trier in ein Sammellager auf dem Kölner Messe-Gelände transportierte. In den Sammellagern angekommen wurden alle Familienmitglieder nochmals „rassenkundlich“ auf die Zugehörigkeit zur Minderheit untersucht. Nachdem sie ihre Ausweispapiere abgeben mussten, erhielten sie einen sogenannten „Zigeunerausweis“. Wenige Tage später wurden die insgesamt 2.800 Sinti und Roma in die Viehwaggons der Reichsbahn gepfercht und in die Ghettos und Konzentrationslager des von den Nationalsozialisten besetzten Polens transportiert. Folter und Terror der SS, sowie Appelle und schwerste Zwangsarbeit bei völlig unzureichender Ernährung und katastrophalen hygienischen Bedingungen bestimmten den Alltag in den Ghettos und Konzentrationslagern. Bis zu 500.000 Sinti und Roma in Europa wurden in der NS-Zeit ermordet.
Um den Opfern dieser Deportationen würdig zu gedenken, finden an den dafür vorgesehenen Gedenkorten Kranzniederlegungen statt, bei denen auch die jeweilige Kommune vertreten sein wird.

KOBLENZ, 15. Mai 2022, 11.00 Uhr Gedenkstein am Peter-Altmeier-Ufer, Höhe Kastorstraße

LANDAU, 16. Mai 2022, 12.00 Uhr Gedenktafel am Frank-Loebschen-Haus in der Kaufhausgasse 9

LUDWIGSHAFEN, 16. Mai 2022, 11.00 Uhr Gedenkstele am Rathausplatz (Seite zum Ludwigsplatz)

MAINZ, 16. Mai 2022, 11.00 Uhr Gedenkstele in der Altenauergasse 7-9

WORMS, 16. Mai 2022, 10.00 Uhr Mahnmal für die Opfer des Faschismus am Lutherplatz (Adenauerring)

TRIER, 16. Mai 2022, 11.00 Uhr Gedenkort am Bischof-Stein-Platz

HOHENASPERG (BW), 21. Mai 2022, 13.00 Uhr Gedenktafel am Bahnhof Asperg in der Alleenstr. 1; (Außerhalb der Stadt befand sich das Sammellager der Festung Hohenasperg).

Haltung zeigen! – Wichtiger denn je! Heute beginnen die Internationalen Wochen gegen Rassismus!

Pressemitteilung

„Die heute beginnenden und bis zum 27. März andauernden Internationalen Wochen gegen Rassismus stehen unter dem Motto ‚Haltung zeigen‘ und sind wichtiger denn je“, sagt Torsten Jäger, der Ge-schäftsführer des Initiativausschuss für Migrationspolitik in Rheinland-Pfalz.
„Weil es keine Menschen erster und zweiter Klasse gibt und Menschenrechte unteilbar sind!

  • Weil es keine Menschen erster und zweiter Klasse gibt und Menschenrechte unteilbar sind!
  • Weil sichere und legale Fluchtwege nach Deutschland derzeit vom Herkunftsland und der Haut-farbe schutzsuchender Menschen abhängen!
  • Weil den einen nach ihrer Ankunft in Deutschland Verständnis und den anderen Ablehnung ent-gegen schlägt!
  • Weil Rassismus noch immer den Alltag vieler Menschen prägt und fest in unseren Strukturen ver-ankert ist!
  • Weil Rassismus im Kopf anfängt und es wichtig ist, sich kritisch mit dem Rassismus im eigenen Kopf auseinanderzusetzen!
  • Weil …!“

Zu Beginn der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2022 mahnt der Initiativausschuss von der rheinland-pfälzischen Landesregierung die zeitnahe Umsetzung von Vorhaben an, die im Landes-Koa-litionsvertrag vereinbart sind und wichtige Beiträge zur Überwindung von Rassismus leisten würden:

  • Ersetzung des „R“-Begriffs in der rheinland-pfälzischen Landesverfassung. Die Landesverfas-sung feiert in diesem Jahr ihren 75. Geburtstag. Die Ersetzung eines Wortes, das Menschen wider wissenschaftliche Erkenntnisse klassifiziert und an das Rassistinnen anknüpfen können, um Un-gleichwertigkeit und Ungleichbehandlung zu legitimieren, ist dringend erforderlich.
  • Verabschiedung eines „Landesgesetz für Chancengleichheit, Demokratie und Vielfalt“, also eines Landesantidiskriminierungsgesetzes. Damit könnten noch fortbestehende rechtliche Schutzlü-cken vor rassistischer Diskriminierung geschlossen werden, die das Allgemeine Gleichbehand-lungsgesetz (AGG) auf Bundesebene offen lässt. Zu nennen sind hier insbesondere die in der Zuständigkeit der Länder liegenden Bereiche der Bildung und des landesbehördlichen Handelns.

In Rheinland-Pfalz finden im Rahmen der diesjährigen Internationalen Wochen gegen Rassismus Ver-anstaltungen bzw. Veranstaltungsreihen u.a. in Mainz, Trier, Ludwigshafen und Landau sowie im Land-kreis Altenkirchen statt.
Ein bundesweiter Veranstaltungskalender und weitere Informationen zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus 2022 finden sich auf der Homepage der koordinierenden „Stiftung gegen Rassismus“ unter https://stiftung-gegen-rassismus.de/iwgr


gez. Torsten Jäger, Geschäftsführer

Argumentationstraining gegen Stammtischparolen in Landau

Der Landesverband veranstaltet in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung RLP ein Argumentationstraining gegen Stammtischparolen.

Angesichts aktueller politischer Krisen und gesellschaftlicher Herausforderungen begegnen uns immer wieder Vorurteile und Stammtischparolen. Doch wie reagiert man richtig und angemessen darauf? Was können wir bei diskriminierenden und menschenverachtenden Aussagen entgegnen? Wann ist Widerspruch und Argumentation gegen solche Aussagen nötig und sinnvoll?

Das zweitägige Argumentationstraining gegen Stammtischparolen soll zunächst sensibilisieren, auf der Arbeit und in der Freizeit genauer hinzuhören, Dinge zu hinterfragen und einzuhaken, wenn pauschal abwertende Sätze fallen.
Das Training ist offen für alle Interessierten und soll helfen, Haltung zu zeigen, geäußerten Vorurteilen die eigene Meinung entgegenzusetzen und die Diskussion auf ein sachliches Niveau zu bringen.
Die Teilnehmenden lernen Hintergründe und Ursachen für das Gebrauchen von Parolen, Schlagwörtern und Vorurteilen kennen, um anschließend argumentative Gegenstrategien zu entwickeln.
Auf der Basis eigener Erfahrungen und Erlebnisse der Teilnehmenden werden praktische Gruppenarbeiten und Rollenspiele entwickelt, in denen wirkungsvolle Handlungsmöglichkeiten und Reaktionsweisen eingeübt werden. In der anschließenden gemeinsamen Auswertung werden die Verhaltensweisen und Argumentationsmuster reflektiert und so vertieft.

Das Training wird gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung, 

Es findet am Freitag von 16:30 bis 19:30 Uhr und am Samstag von 10:00 bis 16:00 Uhr in der VHS Landau statt.

Hier geht’s zum Flyer.

Anmeldung über die
Landeszentrale für politische
Bildung:

Informationen bei Dr. Albrecht Gill
06131/16-2980Es gibt eine Teilnehmerbegrenzung
von max. 20 teilnehmenden

Virtuelle Lesung zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Der Rheinland-Pfälzische Landesverband deutscher Sinti und Roma (VDSR) erinnert in Form einer Online-Gedenkstunde an die Opfer des Nationalsozialismus. Hintergrund der Veranstaltung ist die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers AuschwitzBirkenau am 27. Januar 1945 durch die Rote Armee. Während der NS-Zeit ermordeten die
Nazis in Auschwitz über 1,5 Millionen Männer, Frauen und Kinder, darunter Juden, Sinti und Roma und andere Verfolgte. Mit dieser Gedenkfeier möchte der VDSR das Bewusstsein für den Antiziganismus schärfen, der in Europa immer mehr zunimmt und letztlich als Grundlage für die Ermordung der etwa 500.000 Sinti und Roma während des NS-Regimes diente.
Im Fokus der Veranstaltung stehen Lesungen, die von den Urenkeln der Zeitzeugen vorgetragen werden. Mit Lebensberichten und Gedichten wird den Zuhörern ein Einblick in die einzelnen Leidensgeschichten gewährt, die unter Anderem verdeutlichen, welche Auswirkungen Rassismus in der NS-Zeit hatte.
Der Landesverband lädt Sie ein, dieses Gedenken virtuell zu begleiten. Eine Anmeldung ist nicht notwendig, die Veranstaltung wird auf www.youtube.com live übertragen. Sie wird außerdem einige Tage später in der Mediathek des Landesverbands zur Verfügung gestelltwerden.

Tag der Veranstaltung: Donnerstag, 27. Januar 2022, 19:00 Uhr

Ort: Online-Livestream wird übertragen auf
https://www.youtube.com/channel/UClDM2THWF-LN2zowGb_E0vQ

Sehr geehrte Damen und Herren,

bitte beachten Sie, dass unsere Geschäftsstelle zwischen dem 22.12.21 und dem 09.01.22 geschlossen ist.

Ab dem 10.01.21 sind wir wieder zu unseren üblichen Geschäftszeiten erreichbar.

Wir wünschen ein friedliches Fest und einen guten Rutsch!

Erfolgreich durchgeführte Spendenaktion!

Der Verband Deutscher Sinti und Roma Rheinland-Pfalz und das Dokumentations- und Kulturzentrum Heidelberg haben am 20.11.21 ein gemeinsames Benefizkonzert für die rheinland-pfälzischen Opfer der Flutkatastrophe veranstaltet.

Bei dieser Spendenaktion ist ein Gesamtbetrag von 1.800 EUR zusammengekommen, der nun den Opfern des Hochwassers zugutekommen wird. Die Einnahmen aus dem Kartenverkauf und die gesammelten Spenden sind heute zu 100% auf das Spendenkonto des Landes Rheinland-Pfalz, Stichwort: „Katastrophenhilfe Hochwasser“ überwiesen worden.

Wir möchten uns hier nochmal bei allen Akteuren und Unterstützern ausdrücklich für ihre Solidarität bedanken. Wir danken Herrn Oberbürgermeister der Stadt Landau Thomas Hirsch, der Sparkassenstiftung Südliche Weinstraße, dem Musikhaus Schlaie Karlsruhe, dem erlebt Forum Landau und allen Besuchern der Benefizveranstaltung und den edlen Spendern der Spendensammlung.

Nur Dank Ihrer Hilfe war es möglich diesen stattlichen Spendenbetrag von 1.800 EUR zusammenzubekommen. Sie haben damit einen Beitrag dazu geleistet, die Not der von der Flutkatastrophe betroffenen Menschen zu mildern und den Wiederaufbau in der Region zu unterstützen.

Stellenausschreibung

Der Verband Deutscher Sinti und Roma – Landesverband Rheinland-Pfalz

sucht zum 1. Januar 2022 für die Geschäftsstelle in Landau

eine(n) Mitarbeiter(in) (Teilzeit 20 Stunden)

Der Landesverband trägt die Forderungen der Sinti und Roma in die politischen Institutionen, setzt sich für die gesellschaftliche Gleichbehandlung, die Wahrung der kulturellen Eigenständigkeit und den Schutz der Sinti und Roma als ethnische Minderheit ein.

Folgende Aufgabenbereiche erwarten Sie:

Sachbearbeitung in der Einzelfallberatung, Fachberatung und Kontakte zu Behörden

Sachbearbeitung im Bereich Entschädigungsarbeit, Verbesserung der wohnlichen und beruflichen Situation

Mitwirkung an der Informationsarbeit, Öffentlichkeitsarbeit

Teilnahme an fachbezogenen Weiterbildungsseminaren

Die Bezahlung richtet sich nach dem Tarifvertrag öffentlicher Dienst der Länder (TV-L, Entgeltgruppe 9)

Wenn Sie Eigeninitiative und gute Kommunikationsfähigkeit besitzen, erwartet Sie eine interessante, verantwortungsvolle und vielschichtige Tätigkeit in einem leistungsstarken Team.

Schriftliche Bewerbungen von Interessent(innen) richten Sie bitte bis zum 22.11.21 an den

Verband Deutscher Sinti und Roma, LV Rheinland-Pfalz,

Schlossstraße 4, 76829 Landau

oder per Email an: info@vdsr-rlp.de

„Aus einer Weinkönigin wird eine Winzerin“

2019 hat Angelina Vogt aus Weinsheim an der Nahe den Titel Deutsche Weinkönigin errungen. Zwei Jahre später heißt sie Kappler und macht eine Ausbildung zur Winzerin.

Angelina Kappler ist Angehörige der Minderheit der Sinti und Roma und setzt sich öffentlich für deren Gleichstellung ein.

Zum Thema: „Aus einer Weinkönigin wird eine Winzerin“ hat die Fernsehsendung Landesschau Rheinland-Pfalz ein Video veröffentlicht.

Der Beitrag ist unter der Adresse

https://www.swrfernsehen.de/landesschau-rp/aus-einer-weinkoenigin-wird-eine-winzerin-100.html


verfügbar bis 22.10.2022.