Internationaler Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Jacques Delfeld eröffnet am 24. Januar 2018 als stellvertretender Vorsitzender des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma die Ausstellung »45 Jahre Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma« im Europäischen Parlament in Brüssel

 

Aus Anlass des internationalen Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus eröffnet Jacques Delfeld als stellvertretender Vorsitzender des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma die Ausstellung »45 Jahre Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma« im Europäischen Parlament in Brüssel. Vor 73 Jahren, am 27. Januar 1945, befreite die Rote Armee die letzten Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau.

Heute sehen sich Sinti und Roma, wie auch Juden, andere Minderheiten, Flüchtlinge und Migranten einer neuen Dimension von Nationalismus und Rassismus ausgesetzt. Nationalistische und rechtspopulistische Bewegungen treiben die Spaltung Europas immer weiter voran. Delfeld betont die gemeinsame Aufgabe in Europa und in den europäischen Staaten, den bestehenden massiven Antiziganismus genauso zu ächten wie den Antisemitismus. „Wir fordern alle Parlamentarier in Europa auf, politisch Stellung zu beziehen gegen den menschenverachtenden Antiziganismus, Antisemitismus und andere Formen des Rassismus.“, so Delfeld. Antisemitismus genauso wie der Antiziganismus richten sich zuerst gegen Minderheiten. Im Kern jedoch zielen sie auf die Zerstörung unserer Demokratie und unserer gemeinsamen europäischen Werte. Die Bürgerrechtsarbeit der Sinti und Roma ist ein notwendiger Beitrag nicht nur für die Minderheit, sondern vielmehr für die Gesellschaft und für die Demokratie in Europa.

Delfeld setzt sich seit 30 Jahren als Vorsitzender des rheinland-pfälzischen Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma, für das rechtsstaatliche Vorgehen gegen Rassismus und Diskriminierung, die gesellschaftliche Gleichbehandlung sowie der Erhalt der Kultur und Sprache der nationalen Minderheit der deutschen Sinti und Roma ein.

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Otto Pankok – Verfolgter Maler, Maler der Verfolgten

am Sonntag, 21. Januar 2018, 18 Uhr in der Ehemaligen Synagoge Weisenheim am Berg e.V., Hauptstraße 28 a, 67273 Weisenheim am Berg

Anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus wird Jürgen Vits in einem Bildvortrag Otto Pankoks Künstlerleben (1893-1966) darstellen, das über weite Strecken durch Kriege und Verfolgung geprägt war. Jürgen Vits ist Mitglied bei „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ und der „Gesellschaft zur Förderung verfemter Kunst“ sowie im Beirat der Otto-Pankok-Stiftung.

Mit seinen eindringlichen Menschenbildern geriet Otto Pankok in das Visier der Nationalsozialisten. Seine Arbeiten wurden schon bald geächtet und als „entartet“ diffamiert. Trotz des verhängten Berufs- und Ausstellungsverbots setzte Otto Pankok im Verborgenen sein widerständiges Kunstschaffen fort. Große Beachtung finden noch heute vor allem seine Menschenbilder (darunter viele Sinti-Porträts) , welche überwiegend Benachteiligte und Verfolgte am Rande der Gesellschaft darstellen. Es ist nicht zuletzt diese von Menschlichkeit und Respekt geprägte Haltung des Künstlers, die den einzigartigen Rang seiner Werke ausmacht.
Grußwort: Jacques Delfeld, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Sinti und Roma – Landesverband Rheinland-Pfalz

Porträt von Otto Pankok (© Otto Pankok-Museum)

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Kranzniederlegung in Koblenz

Am Sonntag, den 17. Dezember 2017 um 14 Uhr am Gedenkstein für die ermordeten Sinti und Roma am Peter-Altmeier-Ufer anlässlich des 75. Jahrestages von Himmlers „Auschwitz-Erlass“ legt Jacques Delfeld, der Vorsitzende des rheinland-pfälzischen Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma einen Kranz nieder.

 

Am 16. Dezember 1942 unterzeichnete Himmler als so genannter „Reichsführer SS“ und Leiter des Reichssicherheitshauptamtes den „Auschwitz-Erlass“, der alle noch im Reichsgebiet verbliebenen Sinti und Roma betraf. Wie kaum ein anderes Datum markiert dieser Erlass einen tiefen Einschnitt in der Geschichte: Der Name Auschwitz ist zum Symbol geworden für den Völkermord an den Sinti und Roma im nationalsozialistisch besetzten Europa. Es gibt unter den Sinti und Roma kaum eine Familie, die mit dem Namen „Auschwitz“ nicht den Verlust von Angehörigen verbindet.

In der Folge wurden nahezu 23.000 Bürger aus ganz Europa, darunter weit über 10.000 aus Deutschland, in den Lagerabschnitt B II e des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau deportiert. Für die allermeisten Menschen war es eine Fahrt in den Tod. Sie fielen dem Terror und den unmenschlichen Lebensbedingungen zum Opfer oder mussten in den Gaskammern einen qualvollen Tod erleiden.

Unter ihnen waren 40 Männer, 44 Frauen und 65 Kinder aus dem Regierungsbezirk Koblenz, die am 10. März 1943 in die Züge der Reichsbahn gezwungen wurden. Zur Erinnerung an die deportierten und ermordeten Sinti und Roma legt der Vorsitzende des rheinland-pfälzischen Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma, Jacques Delfeld, am Mahnmal für die Sinti in Koblenz einen Kranz nieder. Herr Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig wird an dem Gedenken teilnehmen. Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen.

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Sinti und Roma im Rundfunkrat

Der Vorsitzende des Verbands Deutscher Sinti und Roma Landesverband Rheinland-Pfalz, Jacques Delfeld, ist seit drei Jahren Mitglied im SWR-Rundfunkrat und der Landesmedienanstalt für die Privatmedien (LMK), wo er sich an der Programmbeobachtung beteiligt. Der SWR-Rundfunkrat ist das bisher einzige Kontrollgremium des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, in dem eine Interessenvertretung der Sinti und Roma einen Sitz hat. Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma fordert seit langem die Beteiligung der Sinti und Roma in Rundfunkräten und Landesmedienanstalten, um der nach wie vor durch negative Stereotypen geprägten Fernseh- und Filmberichterstattung entgegenzuwirken.

Im Interview mit Deutschlandfunk Kultur spricht Jacques Delfeld über seine Arbeit im SWR-Rundfunkrat und seine Kritik am Kinder- und Jugendfilm „Nellys Abenteuer“, der trotz massiver Proteste vom SWR ausgestrahlt wurde: „Roma, die Geld und Kinder stehlen – ein uraltes Klischee. Mag der SWR das auch dementieren – der Film von Dominik Wessely belebt dieses Klischee, selbst wenn er es augenzwinkernd bricht. Deutsche Sinti und Roma sind Nachkommen von Holocaust-Überlebenden. Sie können über diese Stereotype nicht lachen, selbst wenn sie komödiantisch inszeniert werden“ so der stellvertretende Vorsitzende des Zentralrats.

Das Interview ist verfügbar unter:

http://www.deutschlandfunkkultur.de/sinti-und-roma-im-rundfunkrat-immerhin-eine-stimme.1001.de.html?dram:article_id=399971

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Jacques Delfeld beim Tag der Demokratie in Remagen 2017

Dem jährlichen Aufmarsch der Rechten setzte das Bündnis Remagen für Frieden und Demokratie sowie der AStA des RheinAhrCampus Remagen am 18.11.2017 den Tag der Demokratie entgegen.

Der Vorsitzende des rheinland-pfälzischen Landesverbandes war als Redner eingeladen und schon im Vorfeld war die Ausstellung des Landesverbandes „Die Überlebenden sind die Ausnahme. Der Völkermord an den Sinti und Roma“ im Foyer des RheinAhrCampus zu sehen.

Der erschreckende Rechtsruck in unserer Gesellschaft, die beängstigend hohe Zustimmung, die die Parolen der AfD bei den letzten Wahlen gefunden hat, zeigt auf, dass immer häufiger Feindbilder von Menschen zur Weltanschauung werden, Hass und Menschenverachtung zur Handlungsgrundlage. Das politisch-ideologische Ziel jeglicher Form von Rechtsradikalismus ist es, die individuellen Bürger- und Freiheitsrechte zugunsten eines autoritären Staates abzubauen. Die Ungleichheit der Menschen aufgrund ihrer unterschiedlichen Herkunft, ihrer nationalen, ethnischen und rassischen Zugehörigkeit ist die Grundlage der nationalistischen Politik.

Die Ungleichheit war das staatstragende Prinzip nationalsozialistischer Herrschaft, in der die schlimmste Form von Rechtsextremismus ihren Ausdruck fand. Willkür und Terror bis hin zum Mord als Alltagsgeschäft bestimmten die Tagespolitik. Für Sinti und Roma, die seit 600 Jahren in Deutschland beheimatet sind, ebenso wie für die Juden bedeutete dies die Vernichtung. Der Mord an Millionen von Menschen wurde von den Nationalsozialisten als ”Säuberungsaktion” mit ”Endlösung” propagiert. Um eine Wiederholung der Vergangenheit in der Zukunft vorzubeugen, darf niemand sich an rechtsextremes Gedankengut und rechte Gewalt gewöhnen. Deshalb hat der Staat die Pflicht – genau wie jede einzelne Bürgerin und jeder einzelne Bürger, gegen jede Form von Rechtsextremismus vorzugehen.

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Zwischen Bewunderung und Ausgrenzung – Antiziganismus in Deutschland: Podiumsgespräch mit Dotschy Reinhardt und Jacques Delfeld

Freitag, 13. Oktober 2017 um 19.30 Uhr

Café L Lebenshilfe, Hafergasse 5, Worms

Dotschy Reinhardt, Künstlerin, Buchautorin und Menschenrechtsaktivistin, und Jacques Delfeld, Vorsitzender des rheinland-pfälzischen Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma, berichten von den Erlebnissen ihrer Familien und den eigenen Erfahrungen, was es heißt als Sinti in Deutschland zu leben und sich dazu auch zu bekennen. Umfragen und Einstellungsstudien belegen immer wieder, dass Sinti und Roma von allen Minderheiten am meisten abgelehnt werden. Der Rassismus gegenüber Sinti und Roma kann als Messlatte unserer Demokratie gelten. Althergebrachte Vorurteilsstrukturen, Feindbilder und zugewiesene Sündenbockfunktionen begegnen Sinti und Roma immer wieder im alltäglichen Leben ebenso wie romantisierende Vorstellungen.

Der Antiziganismus als spezielle Form des Rassismus ist eines der am weitesten verbreiteten und wirkungsmächtigsten Ressentiments unserer Zeit. Im Gegensatz zum Antisemitismus ist der Antiziganismus gesellschaftlich noch immer nicht geächtet. Die menschenunwürdige Lebenssituation vieler Roma in Europa ist Ausdruck und Ergebnis von Rassismus, und sie dient gleichzeitig immer wieder als Bestätigung für alle rassistischen Klischees. Damit wird die Schuld an den menschenverachtenden Lebensbedingungen denen zugeordnet, die Opfer des Rassismus sind.

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Mit großer Dankbarkeit müssen wir nun Abschied nehmen

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma und der gesamte Vorstand des rheinland-pfälzischen Landesverbandes trauern um den Verlust von Adalbert Heilig, der die Verbandsarbeit in Rheinland-Pfalz als aktives Vorstandsmitglied und anschließend als wichtiger Berater im Ältestenrat maßgeblich geprägt und unterstützt hat.

1936 im Kreis Bremervörde geboren musste Adalbert Heilig schon in jungen Jahren Ausgrenzung und Diskriminierung erfahren. 1941 floh er vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten ins besetzte Polen und in die Tschechoslowakei und überlebte bis zur Befreiung an wechselnden Orten in der Illegalität.

Herr Heilig engagierte sich als Überlebender des Holocaust in hohem Maß in der Entschädigungs- und Gedenkarbeit und als aktives Mitglied im Vorstand. Über viele Jahre begleitete er die Delegationen des Zentralrats zur internationalen Gedenkfeier nach Auschwitz-Birkenau. Als Zeitzeuge klärte er über die Verfolgung der Sinti und Roma während des Nationalsozialismus auf und führte in diesem Zusammenhang Besuchergruppen durch die vom Landesverband konzipierte Ausstellung „Die Überlebenden sind die Ausnahme“. Herr Heilig hatte sich der Aufgabe gestellt, als Zeitzeuge aufzuzeigen, wohin Rassenideologie und Rechtsradikalismus führen.

Mit dieser Arbeit reichte er die Hand zur Versöhnung und erwarb bei allen, die ihm begegnen durften, Respekt und Anerkennung für die Bürgerrechtsarbeit der Sinti und Roma. Bis zuletzt hat er trotz seines hohen Alters und seiner schweren Erkrankung in der Region Kaiserslautern aber auch in ganz Rheinland-Pfalz die Angehörigen der Minderheit beraten und unterstützt. „Ich bedauere es zutiefst, dass wir nun Abschied von Herrn Adalbert Heilig nehmen müssen“ so der Vorsitzende des Rheinland-Pfälzischen Landesverbandes, Jacques Delfeld, „denn mit seinem Tod fehlt unwiederbringlich erneut eine wichtige Persönlichkeit unter den Sinti.“ Der Vorsitzende des Zentralrats, Romani Rose, würdigte Adalbert Heilig als einen guten Freund und engagierten Mitstreiter für die Bürgerrechte der Sinti und Roma.

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Zum Tod von Dr. Heiner Geißler

 

Der Landesverband Deutscher Sinti und Roma trauert um den großen Freund und Unterstützer der rheinland-pfälzischen Bürgerrechtsarbeit Dr. Heiner Geißler. Bereits 1988 besuchte er den Gedenkgottesdienst im Speyer Dom, der an die nationalsozialistische Verfolgung der Sinti und Roma erinnerte. Dort traf er nach über 50 Jahren seinen ältesten Freund, einen Sinto, wieder. In den 1930iger Jahren waren sie in Ravensburg eng befreundet – sowohl in der Schule als auch am Nachmittag zu Hause.

Anlässlich seines Besuches der Sinti-Werkstatt in Albersweiler 1988 sagte er als MdB und CDU-Generalsekretär, dass Sinti und Roma als Verfolgte des nationalsozialistischen Regimes in besonderer Weise einen Anspruch auf Hilfe haben, um eine gleichberechtige Stellung zu erhalten und weiterzuentwickeln. Er besuchte als -damals noch- erster Bonner Politiker die Werkstatt und wollte damit auch den künstlerischen Beitrag der Sinti und Roma würdigen und die Förderung unterstützen.

Jacques Delfeld würdigte Dr. Heiner Geißler als großen deutschen Politiker, auf Landes- und Bundesebene, zuweilen streitbar und unbequem, aber immer innovativ und zukunftsorientiert. „Auch nach der Ausübung seiner politischen Ämter war sein philosophischer Blick auf den Menschen und den Erhalt unserer Natur einmalig und von Bedeutung“, so der Vorsitzende des Landesverbandes der Deutschen Sinti und Roma. „Er wird uns fehlen.“

 

 

 

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Otto Pankok – Verfolgter Maler, Maler der Verfolgten

am Donnerstag, 2. Februar 2017 um 19.00 Uhr in der Landeszentrale für Politische Bildung, Am Kronberger Hof 6, 55116 Mainz

Anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus mit dem diesjährigen Themenschwerpunkt des Landtages „Verfolgte Künstlerinnen und Künstler im Nationalsozialismus“ wird Jürgen Vits in einem Bildvortrag Otto Pankoks Künstlerleben (1893-1966) darstellen, das über weite Strecken durch Kriege und Verfolgung geprägt war . Jürgen Vits ist Mitglied bei „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ und der „Gesellschaft zur Förderung verfemter Kunst“ sowie im Beirat der Otto-Pankok-Stiftung.

Mit seinen eindringlichen Menschenbildern geriet Otto Pankok in das Visier der Nationalsozialisten. Seine Arbeiten wurden schon bald geächtet und als „entartet“ diffamiert. Trotz des verhängten Berufs- und Ausstellungsverbots setzte Otto Pankok im Verborgenen sein widerständiges Kunstschaffen fort. Große Beachtung finden noch heute vor allem seine Menschenbilder (darunter viele Sinti-Porträts) , welche überwiegend Benachteiligte und Verfolgte am Rande der Gesellschaft darstellen. Es ist nicht zuletzt diese von Menschlichkeit und Respekt geprägte Haltung des Künstlers, die den einzigartigen Rang seiner Werke ausmacht.

Veranstalter: Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V., Landeszentrale für Politische Bildung Rheinland-Pfalz, Verband Deutscher Sinti und Roma/Landesverband Rheinland-Pfalz

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Rheinland-Pfalz trauert um Daweli Reinhardt

Wir trauern um unseren langjährigen Freund und Weggefährten Daweli Reinhardt, der nach langer schwerer Krankheit am 10. Dezember verstorben ist. Der Vorsitzende des rheinland-pfälzischen Landesverbands Deutscher Sinti und Roma, Jacques Delfeld, gab seiner Betroffenheit und Trauer mit folgenden Worten Ausdruck: „Mit großem Respekt und Anerkennung verneige ich mich vor einem Menschen mit außerordentlicher Persönlichkeit, der als Überlebender von Auschwitz einen wichtigen Beitrag zur Versöhnung und Verständigung zwischen Sinti und Nicht- Sinti geleistet hat.“ 

Daweli Reinhardt gehörte zu den bekanntesten Gitarristen seiner Zeit und konnte seit den 1960iger Jahren internationale Erfolge feiern. Er wurde als Mitbegründer des Schnuckenack-Reinhardt-Quintetts zu einem der wichtigsten Repräsentanten des deutschen Sinti-Swing. Sein Name steht wie kaum ein anderer für den kulturellen Beitrag unserer Minderheit zu ihrem Heimatland. 

Daweli Reinhardt hatte sich vor allem in der Bürgerrechtsarbeit engagiert, zunächst beim Zentralrat Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg, später bei der Verbandsgründung des rheinland-pfälzischen Landesverbands, dessen Vorstand er lange Zeit angehörte. Seinem Anliegen, über die Verfolgung der Sinti und Roma aufzuklären ist er als Überlebender des Konzentrationslagers Auschwitz, das weltweit zum Synonym nationalsozialistischer Menschheitsverbrechen geworden ist, jahrzehntelang mit entschiedenem Einsatz nachgekommen. Dabei standen für ihn immer Versöhnung und Verständigung im Vordergrund.

2009 wurde Daweli Reinhard mit dem Verdienstorden, der höchsten Auszeichnung des Landes Rheinland Pfalz,  geehrt. Er ist ein wichtiger Träger und Überlieferer der Kultur und Tradition unserer Sinti, der durch seine Musik und auch durch seine beeindruckende Persönlichkeit ein Vorbild für die Jugend ist.

Wir werden ihn immer als einen Freund und Wegbegleiter von unschätzbarem Wert ehren.

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