Bürgerrechtspreis 2021

Die Preisverleihung findet am 28. April 2021 um 14:30 Uhr statt und wird live auf www.buergerrechtspreis.de und mit englischer Simultanübersetzung auf www.civilrightsprize.com übertragen

Diesjährige Preisträgerin des Europäischen Bürgerrechtspreis der Sinti und Roma in Erinnerung an Oskar und Vinzenz Rose ist Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel. Sie wird ausgezeichnet, weil sie sich seit ihrem Amtsantritt im Jahr 2005 in besonderer Weise dafür eingesetzt hat, dass nach dem Zivilisationsbruch des Holocaust an den 500.000 Sinti und Roma im NS-besetzten Europa die Rechte der Minderheit und ihre über 600-jährige Geschichte in Deutschland und Europa bewusster wahrgenommen werden. Der Preis wird überreicht von seinem Stifter Dr. h.c. Manfred Lautenschläger und dem Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma Romani Rose.

Die Laudatio auf die Bundeskanzlerin wird der Preisträger des Jahres 2019, der ehemalige Staatspräsident der Slowakischen Republik Andrej Kiska halten.

Änderungen für den Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit für NS-Verfolgte und ihre Nachkommen im Ausland

Liebe Mitglieder,

wir möchten Euch über Änderungen für den Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit für NS-Verfolgte und ihre Nachkommen im Ausland informieren.

Es wurden Erleichterungen geschaffen für:

-vor dem 01. April 1953 geborene eheliche Kinder zwangsausgebürgerter deutscher Mütter und ausländischer Väter

-vor dem 01. Juli 1993 geborene nichteheliche Kinder zwangsausgebürgerter deutscher Väter und ausländischer Mütter, bei denen die Anerkennung oder Feststellung der Vaterschaft nach deutschen Gesetzen zur Vollendung des 23. Lebensjahres wirksam erfolgt war

-Kinder, deren deutscher Elternteil im Zusammenhang mit NS-Verfolgungsmaßnahmen eine fremde Staatsangehörigkeit erworben und die deutsche Staatsangehörigkeit verloren hat; dazu gehören auch Kinder, deren verfolgungsbedingt emigrierte Mütter nach § 17 Nummer 6 RuStAG a.F. vor dem 01. April 1953 durch Eheschließung mit einem ausländischen Mann die deutsche Staatsangehörigkeit verloren haben .

Wenn Ihr Fragen dazu habt, könnt Ihr Euch in der Geschäftsstelle melden.

zum 50. Jahrestages des Internationalen Roma-Tages

Am 8. April jährt sich zum 50. Mal der internationalen Roma-Tag, der im Jahr 1971, als erster internationaler Kongress von Roma-Repräsentanten in Orpington, in der Nähe von London, stattfand. An diesem Kongress nahmen Repräsentanten aus Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Ungarn, Irland, Spanien, Jugoslawien, Finnland, Norwegen, Belgien, Kanada, Indien und den Vereinigten Staaten teil.

In Deutschland und im europäischen Kontext erinnern am 8. April regelmäßig Roma und Nicht-Roma an die Opfer des Nationalsozialismus. Neben der historischen Erinnerung ist es ein Anliegen des internationalen Roma-Tages, auf die gegenwärtig existierenden Ressentiments, Diskriminierungen und Ausgrenzungen von Sinti und Roma aufmerksam zu machen. In osteuropäischen Ländern, darunter Rumänien, wird der 8. April seit 1990 als Roma Tag gefeiert und in Nord-Mazedonien ist er als Nationalfeiertag anerkannt.

Jacques Delfeld Senior, 1. Vorsitzender des Verbandes Deutscher Sinti und Roma – Landesverband Rheinland-Pfalz, möchte diesen Tag zum Anlass nehmen, um daran zu erinnern, dass die Ausgrenzung und Diskriminierung gegenüber Sinti und Roma in alarmierender Weise zunimmt und die Minderheit vielfach wieder von antiziganistischen Ressentiments betroffen ist.

Im aktuellen Kontext der COVID-19-Pandemie erhält der Landesverband Berichte über rassistische Übergriffe, die sich gegen Sinti und Roma in EU-Mitgliedsländern richten.

„Es benötigt nach wie vor die Anstrengung vieler Akteure auf lokaler, nationaler und EU- Ebene, um antiziganistische Ressentiments zu bekämpfen. Erst kürzlich gedachte der Landesverband der jungen Sinti und Roma, die bei den Anschlägen in Hanau im Jahr 2020 ermordet wurden. In einigen Ländern dienen Sinti und Roma schon wieder als Sündenböcke für die aktuelle Corona Krise“, so Jacques Delfeld Senior.

Der Landesverband Deutscher Sinti und Roma Rheinland-Pfalz verurteilt jegliche rassistische Gewalt gegen die Sinti und Roma, in Deutschland ebenso wie in Bulgarien, Rumänien und Ungarn. Der Verband fordert die Politik und die gesellschaftlichen Institutionen auf, hier Verantwortung zu übernehmen, um die Minderheit zu schützen und Vorurteile gegen diese öffentlich zu bekämpfen.

Der Kampf gegen Rassismus und/oder extremistischer Gewalt muss als gesamtgesellschaftliche Aufgabe begriffen werden. Darüber hinaus ist es notwendig, dass Sinti und Roma einen barrierefreien Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen wie Bildung, Arbeit, Wohnung und Gesundheit erhalten, um eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sicherzustellen.

Pressemitteilung des Netzwerk diskriminierungsfreies RLP zum Internationalen Tag der Roma

„Das Netzwerk diskriminierungsfreies RLP betont, dass der Billigung der Arbeitsdefinition von „Antiziganismus“ durch das Bundeskabinett auf allen Ebenen – also auch in Rheinland-Pfalz – schnell weitere Schritte folgen müssen: „Es muss jetzt darum gehen, auf einer wissenschaftlichen Grundlage zu arbeiten, belastbare Erkenntnisse zu gewinnen und dadurch zielgerichtetes politisches und gesellschaftliches Handeln zu ermöglichen. Hierzu gehören die Erfassung antiziganistisch motivierter Straftaten, die Beobachtung von Antiziganismus in den Medien und dessen Auswirkungen auf die Einstellungen in der Bevölkerung und die Erstellung von verlässlichen und gut aufbereitetes Bildungsmaterial zum Thema Sinti und Roma für Schulen und Bildungseinrichtungen, sagt Jacques Delfeld Senior. „Weil Antiziganismus auf vielfältige Art und Weise mit anderen Vorurteilsstrukturen und Ungleichbehandlung verwoben ist, sollte dabei ein intersektionaler Forschungsansatz gewählt werden.“

Hier können Sie die Pressemitteilung in voller Länge weiterlesen: