Weltmusik der Sinti und Roma

Traditionserhalt und Erneuerung bestimmen seit jeher die Musik von Sinti und Roma. Es existieren drei große Traditionslinien, die durch das künstlerische Erbe der Sinti und Roma in hohem Maße beeinflusst wurden: Die Verbunkos-Musik in Ungarn, die unter dem Namen „Zigeunermusik“ bekannt geworden ist, der Jazz und der Flamenco. Komponisten wie Haydn, Mozart, Beethoven, Brahms haben musikalische Elemente aus der ursprünglichen Verbunkos-Musik der Roma aus Ungarn in ihre Kompositionen übernommen. Kulturelle Leistungen entstehen, auch wenn das viele nicht wahrhaben wollen, gerade in der Begegnung und im Sich-Durchdringen verschiedener Kulturen; es sind immer Schöpfungen, die diese Gemeinschaft widerspiegeln. Sinti sind seit Jahrhunderten in Rheinland-Pfalz zu Hause und ihre musikalischen und kunsthandwerklichen Fähigkeiten in der Herstellung von Musikinstrumenten haben eine ebenso lange Tradition. Die Pfalz brachte viele bekannte Musiker hervor. Schnuckenack Reinhardt, der Weltruhm erlangte, wurde in der Nähe von Bad Kreuznach geboren und besuchte als Jugendlicher vor seiner Deportation durch die Nationalsozialisten das Konservatorium in Mainz. 1996 erhielt er die höchste musikalische Auszeichnung des Landes Rheinland-Pfalz, die Peter-Cornelius-Plakette, von Ministerpräsident Beck überreicht.

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Dieses Foto stammt von Herrn Richard Reinhard. Sein Vater (2. von links) wurde im Konzentrationslager Majdanek ermordet.

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Generationenübergreifendes Musizieren: Jermaine Landsberger, Stochelo Rosenberg, Sandro Roy, Favino Reinhardt (12 J.) und Sunny Franz (11 J.), 2011