Rheinland-Pfalz trauert um Daweli Reinhardt

Wir trauern um unseren langjährigen Freund und Weggefährten Daweli Reinhardt, der nach langer schwerer Krankheit am 10. Dezember verstorben ist. Der Vorsitzende des rheinland-pfälzischen Landesverbands Deutscher Sinti und Roma, Jacques Delfeld, gab seiner Betroffenheit und Trauer mit folgenden Worten Ausdruck: „Mit großem Respekt und Anerkennung verneige ich mich vor einem Menschen mit außerordentlicher Persönlichkeit, der als Überlebender von Auschwitz einen wichtigen Beitrag zur Versöhnung und Verständigung zwischen Sinti und Nicht- Sinti geleistet hat.“ 

Daweli Reinhardt gehörte zu den bekanntesten Gitarristen seiner Zeit und konnte seit den 1960iger Jahren internationale Erfolge feiern. Er wurde als Mitbegründer des Schnuckenack-Reinhardt-Quintetts zu einem der wichtigsten Repräsentanten des deutschen Sinti-Swing. Sein Name steht wie kaum ein anderer für den kulturellen Beitrag unserer Minderheit zu ihrem Heimatland. 

Daweli Reinhardt hatte sich vor allem in der Bürgerrechtsarbeit engagiert, zunächst beim Zentralrat Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg, später bei der Verbandsgründung des rheinland-pfälzischen Landesverbands, dessen Vorstand er lange Zeit angehörte. Seinem Anliegen, über die Verfolgung der Sinti und Roma aufzuklären ist er als Überlebender des Konzentrationslagers Auschwitz, das weltweit zum Synonym nationalsozialistischer Menschheitsverbrechen geworden ist, jahrzehntelang mit entschiedenem Einsatz nachgekommen. Dabei standen für ihn immer Versöhnung und Verständigung im Vordergrund.

2009 wurde Daweli Reinhard mit dem Verdienstorden, der höchsten Auszeichnung des Landes Rheinland Pfalz,  geehrt. Er ist ein wichtiger Träger und Überlieferer der Kultur und Tradition unserer Sinti, der durch seine Musik und auch durch seine beeindruckende Persönlichkeit ein Vorbild für die Jugend ist.

Wir werden ihn immer als einen Freund und Wegbegleiter von unschätzbarem Wert ehren.

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