Kranzniederlegung in Koblenz

Anlässlich des 74. Jahrestages von Himmlers „Auschwitz-Erlass“ am Freitag, den 16. Dezember 2016 um 15.00 Uhr am Gedenkstein für die ermordeten Sinti und Roma am Peter-Altmeier-Ufer  

Zur Erinnerung an die während des Nationalsozialismus deportierten und ermordeten Sinti legt der stellvertretende Vorsitzende des rheinland-pfälzischen Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma und Leiter des Kultur- und Beratungsbüros für Sinti und Roma in Koblenz, Herr Django Reinhardt, am Mahnmal für die Sinti in Koblenz einen Kranz nieder.

Am 16. Dezember 1942 unterzeichnete Himmler als so genannter „Reichsführer SS“ und Leiter des Reichssicherheitshauptamtes den „Auschwitz-Erlass“, der alle noch im Reichsgebiet verbliebenen Sinti und Roma erfasste. Vom März 1943 an wurden aufgrund des Erlasses europaweit über 22 000 Sinti und Roma in ganzen Familien, von den Kleinkindern bis zu den alten Menschen, direkt in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Unter ihnen waren 40 Männer, 44 Frauen und 65 Kinder aus dem Regierungsbezirk Koblenz, die am 10. März 1943 in die Züge der Reichsbahn gezwungen wurden. Von keiner Seite der Bevölkerung kam Widerspruch gegen die Deportation der meist katholischen und seit Jahrhunderten im Reichsgebiet beheimateten Sinti und Roma.

Im Bundesrat wird aus demselben Anlass alljährlich der Opfer des Völkermordes an den Sinti und Roma gedacht. Insgesamt ermordeten die Nationalsozialisten 500 000 Sinti und Roma aus rassischen Gründen.

Alle Bürgerinnen und Bürger sind zu der Kranzniederlegung eingeladen.

 

Veröffentlicht am Kategorien Aktuelles