Otto Pankok – Verfolgter Maler, Maler der Verfolgten

am Donnerstag, 2. Februar 2017 um 19.00 Uhr in der Landeszentrale für Politische Bildung, Am Kronberger Hof 6, 55116 Mainz

Anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus mit dem diesjährigen Themenschwerpunkt des Landtages „Verfolgte Künstlerinnen und Künstler im Nationalsozialismus“ wird Jürgen Vits in einem Bildvortrag Otto Pankoks Künstlerleben (1893-1966) darstellen, das über weite Strecken durch Kriege und Verfolgung geprägt war . Jürgen Vits ist Mitglied bei „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ und der „Gesellschaft zur Förderung verfemter Kunst“ sowie im Beirat der Otto-Pankok-Stiftung.

Mit seinen eindringlichen Menschenbildern geriet Otto Pankok in das Visier der Nationalsozialisten. Seine Arbeiten wurden schon bald geächtet und als „entartet“ diffamiert. Trotz des verhängten Berufs- und Ausstellungsverbots setzte Otto Pankok im Verborgenen sein widerständiges Kunstschaffen fort. Große Beachtung finden noch heute vor allem seine Menschenbilder (darunter viele Sinti-Porträts) , welche überwiegend Benachteiligte und Verfolgte am Rande der Gesellschaft darstellen. Es ist nicht zuletzt diese von Menschlichkeit und Respekt geprägte Haltung des Künstlers, die den einzigartigen Rang seiner Werke ausmacht.

Veranstalter: Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V., Landeszentrale für Politische Bildung Rheinland-Pfalz, Verband Deutscher Sinti und Roma/Landesverband Rheinland-Pfalz

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Der Verband Deutscher Sinti und Roma trauert um Franz Merstein (1933-2016)

Am Freitag, den 20.6.2016 verstarb Franz Merstein in Rülzheim, kurz vor seinem 83sten Geburtstag. Er war dem Verband Deutscher Sinti und Roma über viele Jahre eng verbunden.

Merstein.Nachruf

Als Holocaust-Überlebender hat er an zahlreichen Veranstaltungen unserer Institution teilgenommen. Sein Leben war geprägt von der furchtbaren Verfolgungserfahrung, die er als Kind auf der Flucht und in Konzentrationslagern machen musste. Seine Familie lebte seit Generationen in Deutschland bevor sie von den Nazis systematisch entrechtet und verfolgt wurde. Seine Mutter und seine Geschwister wurden in Auschwitz ermordet, er selbst befand sich zum Zeitpunkt ihrer Verhaftung bei einer Tante die noch am gleichen Tag mit ihm, dem damals siebenjährigen Jungen, in der Illegalität untertauchte. Schon nach kurzer Zeit wurden sie entdeckt und Franz Merstein wurde über Jahre in den Vernichtungslagern im von den Nationalsozialisten besetzten Polen inhaftiert.

Trotz dieser traumatischen Erlebnisse und dem Verlust vieler Angehörigen hat sich Franz Merstein schon früh als Zeitzeuge engagiert. Er hat sich dabei nie auf die Rolle eines passiven Opfers reduzieren lassen, unermüdlich hat er im Dialog mit der Politik auf Gedenkveranstaltungen, in der Staatskanzlei der Landesregierung in Mainz und in Schulen Zeugnis vom eigenen Leidensweg abgelegt und an die Gräuel der Nazi-Barbarei erinnert.

Dafür verdient er den Dank der deutschen Sinti und Roma, für deren Anerkennung er soviel getan hat.

Landau, den 24. Juni 2016

Jacques Delfeld, sen.

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