EINLADUNG zur ordentlichen Mitgliederversammlung mit Vorstandswahl des Verbandes Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Rheinland-Pfalz

An die Mitglieder

des Verbandes Deutscher Sinti und Roma

Landesverband Rheinland-Pfalz

Datum:  4. Juni 2020

EINLADUNG

zur ordentlichen Mitgliederversammlung mit Vorstandswahl des Verbandes Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Rheinland-Pfalz.

Liebe Mitglieder,

hiermit laden wir Euch alle recht herzlich zur ordentlichen Mitgliederversammlung mit Vorstandswahl am Samstag, den 4.07.2020 um 14.00 Uhr in das „erlebt Forum Landau“, Marie-Curie-Straße 3, 76829 Landau ein.

Zur Info:

Wie ihr wisst, mussten wir die geplante Mitgliederversammlung am 18.04.2020 wegen der Entwicklung der Corona-Pandemie absagen. Diese Mitgliederversammlung wird nun am 4.Juli 2020 in Landau nachgeholt.

Die Vorraussetzung für die Durchführung der Versammlung ist die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln des Landes Rheinland-Pfalz. Nach Auskunft des Gesundheitsamtes sind wir verpflichtet euch auf folgende Regeln hinzuweisen:

  • Abstand halten,
  • keine Begrüßung per Handschlag oder Umarmung,
  • Mund-Nasen-Bedeckung tragen,
  • Hust- und Niesetikette einhalten,
  • kein Erkrankter (grippige Symptome) darf an der Versammlung teilnehmen,
  • aufeinander achten,
  • Gelegenheit zum Händewaschen sind vor Ort möglich,
  • Händedesinfektionsmittel werden vor Ort bereitgestellt,
  • Für regelmäßiges Lüften der Räumlichkeiten wird gesorgt.

Wichtig: Alle Mitglieder die an der Mitgliederversammlung teilnehmen wollen, werden gebeten sich im Vorfeld anzumelden. Die Bestätigung richtet ihr bitte formlos an unser Büro in Landau. Ihr könnt dies per Telefon (06341-85053), Email (info@vdsr-rlp.de), oder Brief (Verband Deutscher Sinti und Roma, Schlossstraße 4, 76829 Landau) mitteilen. Eine vorherige Anmeldung zur Teilnahme an der Mitgliederversammlung ist erforderlich!

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Corona-Pandemie

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freundinnen und Freunde,

zum Schutz unserer Gäste, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie zur Unterbrechung der Corona-Infektionskette im sinne unserer gesellschaftlichen Verantwortung bitten wir Sie darum, in allen Angelegenheiten weiterhin zunächst telefonisch oder per Email mit uns Kontakt aufzunehmen.

Telefon: 06341-85053

Email: info(at)vdsr-rlp.de

Wir danken für Ihr Verständnis – bleiben Sie gesund!

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Rheinland-pfälzischer Landesverband der Sinti und Roma gedenkt mit Kranzniederlegungen der ersten Deportation ganzer Sinti Familien am 16. Mai 1940

Die im Mai 1940 durchgeführten Deportationen waren die erste Aktion der Nationalsozialisten, bei der Sinti und Roma systematisch und familienweise verschleppt wurden. Die Aktion war zugleich ein Test für die Zusammenarbeit von Reichssicherheitshauptamt, Ortspolizei und Reichsbahn und sollte organisatorische Fragen beantworten: Wie waren so viele Menschen zu transportieren und zu überwachen? Leisteten die verhafteten Menschen Wider-stand? Wie reagierte die Bevölkerung auf das öffentliche Fortschaffen einer Minderheit?

Insgesamt wurden bei dieser Aktion 2.800 Menschen deportiert. Die Sinti- und Roma-Familien aus Mainz, Ingelheim, Worms, Ludwigshafen und der Pfalz verbrachten die Nationalsozialisten in das Sammellager Hohenasperg bei Ludwigsburg; die Familien aus den Regionen Koblenz und Trier in ein Sammellager auf dem Kölner Messe-Gelände. In den Sammellagern wurden alle Familienmitglieder nochmals daraufhin untersucht, ob sie der Minderheit angehören. Ihre Ausweispapiere mussten sie abgeben und erhielten dafür einen „Zigeunerausweis“.

Wenige Tage später mussten sie in die Züge der Reichsbahn steigen und wurden in die Ghettos und Konzentrationslager in das von den Nationalsozialisten besetzte Polen verbracht. Folter und Terror der SS, Appelle, schwerste Zwangsarbeit bei völlig unzureichender Ernährung und katastrophale hygienische Bedingungen bestimmten den Alltag in den Ghettos und Konzentrationslagern. Über 500.000 Sinti und Roma in Europa wurden in der NS-Zeit ermordet.

Da an den Gedenkorten in Koblenz, Landau, Ludwigshafen, Mainz, Trier und Worms aufgrund des Versammlungsverbotes wegen der Corona-Krise kein gemeinsames Gedenken möglich ist, wird der rheinland-pfälzische Landesverband der Sinti und Roma am 80. Jahrestag, Samstag, den 16. Mai 2020 Blumen an den Gedenkorten niedergelegen, um alle Bürgerinnen und Bürger auf den Jahrestag aufmerksam zu machen.

GEDENKORTE

Gedenkstein am Peter-Altmeier-Ufer in der Höhe der Kastorstraße in Koblenz

Gedenktafel am Frank-Loebschen-Haus in der Kaufhausgasse 9 in Landau

Gedenkstele am Rathausplatz (Seite zum Ludwigsplatz) in Ludwigshafen

Gedenkstele in der Altenauergasse 7-9 in Mainz

Mahnmal für die Opfer des Faschismus am Lutherplatz (Adenauerring) in Worms

Gedenkort am Bischof-Stein-Platz in Trier

Gedenktafel am Bahnhof Asperg in der Alleenstrasse 1 in 71679 Asperg (Baden-Württemberg). Außerhalb der Stadt befand sich das Sammellager der Festung Hohenasperg.

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Internationaler Roma-Tag von antiziganistischen Ressentiments überschattet

Der 8. April gilt unter Sinti und Roma seit 1971 weltweit als internationaler Aktionstag, um an die prekäre Situation dieser Minderheit in ihren jeweiligen Heimatländern aufmerksam zu machen. In Deutschland und im europäischen Kontext erinnern Roma und Nicht-Roma an die Opfer des Nationalsozialismus. Weiterhin ist es ein Anliegen des internationalen Roma-Tages, auf die aktuell existierenden Ressentiments, Diskriminierungen und Ausgrenzungen von Sinti und Roma aufmerksam zu machen.

Die Ausgrenzung und Diskriminierung gegenüber Sinti und Roma nimmt laut Jacques Delfeld, 1. Vorsitzender des Verbandes Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Rheinland-Pfalz, aktuell wieder in besorgniserregender Weise zu. Diese werden z.B. in Bulgarien und Rumänien wieder als Sündenböcke für die aktuelle Corona Krise missbraucht. Es ist besonders in dieser Krisenzeit wichtig darauf zu achten, Sinti und Roma den Zugang zu den gesellschaftlichen Institutionen zu sichern und damit deren Teilhabe am sozialen Leben zu gewährleisten.

Es gehe nicht an, bestehende Ausgrenzung Mechanismen zu dulden und diese Menschen – besonders in der aktuellen Lage – faktisch von jeglicher Grundversorgung abzuschneiden. Der Tagesspiegel berichtet, dass in Bulgarien bereits mehrere von Sinti und Roma bewohnte Stadtviertel abgeriegelt worden seien. Damit würden Roma rechtswidrig von jeder medizinischen Versorgung, der Versorgung mit Lebensmitteln und allen anderen Gütern des täglichen Bedarfs abgeschnitten. Ein solcher Zustand ist nicht hinnehmbar und auch nicht mit den demokratischen Grundwerten der EU vereinbar. Diesen antiziganistischen Entwicklungen müssen die entsprechenden Mitgliedsländer entschieden entgegentreten. Mit der Abriegelung der Siedlungen in Bulgarien und Rumänien hat sich die Diskriminierung gegen die Roma intensiviert und eine neue Dimension erreicht.

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass sich in der aktuellen Situation der „Antiziganismus-Virus“ genauso ungehemmt entfaltet wie das Covid-19-Virus. Anstatt die abgeriegelten Roma Siedlungen mit Wasser, Lebensmitteln und medizinischen Versorgung und allen anderen Gütern des täglichen Bedarfs zu unterstützen, bedienen und reproduzieren einige europäische Politiker weiter antiziganistische Ressentiments. Die EU-Kommission und Regierungen müssen Maßnahmen ausarbeiten, in denen sie auch in der aktuellen Corona-Krise sicherstellen, dass der Schutz der Roma-Siedlungen berücksichtigt wird.

Der Verband Deutscher Sinti und Roma in Rheinland-Pfalz fordert die Bundesregierung, die Institutionen der EU und deren Mitgliedsstaaten dazu auf, gerade in Zeiten der Corona-Krise ein klares und hörbares Zeichen gegen Antiziganismus zu setzen und die Versorgung mit Trinkwasser, Lebens- und Hygienemittel, sowie medizinischen Produkten zu gewährleisten. Diese Maßnahmen müssen von der EU und den jeweiligen nationalen Regierungen stärker in den Fokus der politischen Aufmerksamkeit rücken.

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Trauer um die Opfer des Mordanschlags in Hanau. Rechtsterroristen verlieren jede Hemmung – Rassismus und Rechtsextremismus müssen jetzt entschlossen bekämpft werden.

Der Verband Deutscher Sinti und Roma – Landesverband Rheinland-Pfalz ist tieferschüttert über den rassistischen Mord an neun Menschen in Hanau. Unter den Opfern des Mordanschlags in Hanau sind auch Angehörige der nationalen Minderheit.

Wir trauern mit den Angehörigen um die Opfer aus der Minderheit und um alle Opfer dieses rechtsterroristischen Anschlags.

Dieser Anschlag zeigt, dass der Hass, den Rechtsextremisten und deren politische Vertreter seit langem gegen Minderheiten sähen und der in den rassistischen Internet-Foren sich immer mehr verstärkt, tödlich ist. Wie schon bei dem rechtsradikalen Anschlag auf das Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) in München im Juli 2016 sind auch in Hanau Angehörige unserer Minderheit unter den Opfern. Der Generalbundesanwalt und alle Polizeibehörden – gerade auch in Hessen – sind aufgefordert, mit allen rechtsstaatlichen Mitteln endlich konsequent gegen Rechtsextremisten vorzugehen. Dies muss auf allen Ebenen geschehen.

Dieser mörderische Anschlag zeigt auf brutale Weise auf, wie weit die Hemmschwelle unter Rechtsradikalen und Rassisten gesunken ist, auch dadurch, dass demokratische Parteien der AfD immer mehr Raum geben und damit die Abgrenzung zu den Extremisten auch innerhalb der AfD unterlaufen wird. Wir sind in Deutschland an einem Punkt angekommen, an dem der Satz „Wehret den Anfängen“ von der Realität überholt wurde. Der rechtsradikale Terror zielt auf die Sicherheit und das Zusammenleben in Deutschland, um damit Rechtsstaat und Demokratie zu zerstören. 

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