Lesung „Djiparmissa – Lyrik“: Klassische deutsche Gedichte in Romanes

am Mittwoch, den 11.12.2019 um 19:00 Uhr

Frank-Loebsches Haus, Kaufhausgasse 9, 76829 Landau in der Pfalz

Das Romanes, die Sprache der Sinti und Roma, ist durch die europäische Sprachencharta als einzigartiger Bestandteil des kulturellen Erbes Europas anerkannt. Sie wird in den Familien mündlich weitergegeben und ist eine wichtige kulturelle Ressource der Minderheit.

Der Romanes-Experte Reinhold Lagrene sah es als seine Aufgabe an, das Bewusstsein der Sinti und Roma für die Bedeutung der eigenen Sprache zu stärken. Anhand der Übersetzung von Gedichten deutscher Klassiker zeigt er, dass das Romanes eine Sprache ist, deren Lebendigkeit und Vielfalt sich ebenso für den lyrischen Ausdruck eignet wie die Sprache der von ihm übersetzten Werke.

Nach einer Einführung durch den Vorsitzenden des Landesverbandes Jacques Delfeld liest Ilona Lagrene an diesem Abend aus einer Sammlung von Gedichtübersetzungen von Reinhold Lagrene, die im Wunderhorn Verlag erscheinen ist.

Musikalisch umrahmt wird die Lesung von Marco Lagrene.

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Sinti & Roma Musikfest AVEN – KOMMT! Jermaine Reinhardt & Friends Samstag, 24. August 2019, 19 Uhr im Brunnenhof, An der Porta Nigra, 54290 Trier

Mit AVEN – KOMMT lädt der rheinland-pfälzische Landesverband Deutscher Sinti und Roma am Samstag, den 24. August 2019 um 19 Uhr zum Konzert in den Brunnenhof nach Trier ein. Jermaine Reinhardt & Friends präsentieren zum Kultursommermotto „Heimat(en)“ in einer musikalischen Zeitreise die Kraft der Musik in der kulturellen Identität der deutschen Sinti und Roma. Heimat ist verbunden mit der Erinnerung und der Sehnsucht nach vergangenen Zeiten und prägt gleichzeitig die Zukunft: In ihren Musikstilen sind Traditionen genauso miteinbezogen wie die Sehnsucht neue Elemente aus fernen Ländern aufzunehmen und die Kenntnisse und Fähigkeiten in den Familien an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben. Ausgehend von Daweli Reinhardt und seiner Zusammenarbeit mit Schnuckenack Reinhardt ist dies in der Koblenzer Sinti-Community besonders gut gelungen. Zudem sind sie Nachfahren des legendären Gitarristen Django Reinhardt, der mit dem Hot Club de France den europäischen Jazz entwickelte. Auch seine Tradition bewahren die drei Koblenzer Gitarristen der Familie Reinhardt: Jermaine, sein Vater Sascha (Bassgitarre) und sein Onkel Mike. Sie sind in einer Familie aufgewachsen, in der das Bewahren und Weiterentwickeln von Sinti-Musik eine große Rolle spielt – Vater und Großvater Daweli Reinhardt hat das „Schnuckenack Reinhardt Quintett“ mitbegründet. In der aktuellen Besetzung bringt der Geiger Vatli Krause den Stil des weltberühmten Altmeisters ein und Volker Sohny am Schlagzeug ermöglicht den Facettenreichtum der Musikstile. Jazzig, frisch und dynamisch, mit packenden Duellen auf Gitarren, melodiöser Vielfalt und faszinierenden Improvisationen präsentieren die fünf Musiker Bekanntes sowie Eigenkompositionen. Eine Veranstaltung im Rahmen des rheinland-pfälzischen Kultursommers. Einlass 18.30 Uhr Eintritt: 12 Euro, erm. 10 Euro im Vorverkauf über www.ticket-regional.de Abendkasse: 15 Euro, erm. 12 Euro

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Django. Ein Leben für die Musik.

am Sonntag, 25. August 2019, 17.15 Uhr

im Broadway Filmtheater, Paulinstraße 18, 54292 Trier

Frankreich, 1943. Der Jazzgitarrist Django Reinhardt ist auf dem Gipfel seines Erfolges. Abend für Abend spielt er in ausverkauften Sälen und begeistert das Publikum mit seiner Musik voller Lebenslust und Witz, der sich auch die deutschen Besatzer nicht entziehen können. Während andere Sinti und Roma in ganz Europa verfolgt werden, kann sich Django aufgrund seiner Popularität in Sicherheit wiegen – bis ihn die Nationalsozialisten auf Tournee nach Deutschland schicken wollen.

Der rheinland-pfälzische Landesverband Deutscher Sinti und Roma zeigt in Kooperation mit der Stadt Trier und dem Broadway Kino den Film über den legendären Jazzgitarristen aus dem Jahr 2017 und lädt zu einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Film ein.

Der Eintritt ist frei!

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HINTER.Fragen Sinti und Roma – eine Minderheit zwischen Verfolgung und Selbstbestimmung

vom 12. bis 30. August 2019

im Bildungs- und Medienzentrum, Domfreihof 1b, 54290 Trier


Wer sind Sinti und Roma eigentlich?

Was bedeutet es heute, Sinti oder Roma zu sein?

Wie wird an den Völkermord erinnert?

Diese und andere Fragen begegnen uns in unserer Arbeit immer wieder. Sie sind Ausgangspunkt und Leitfaden der kompakten Infopanels zu Geschichte und Gegenwart von Sinti und Roma in Deutschland.

Neben einem historischen Abriss und Begriffsdefinitionen stehen die exemplarische Präsentation der vielfältigen Selbstorganisationen sowie Portraits von Angehörigen der Minderheit im Fokus. Kernthemen sind Antiziganismus und Verfolgung, aber auch Selbstbestimmung und der lange Kampf um Anerkennung.

Die Infopanels laden zum Dialog und zur Auseinandersetzung mit einem vielfältigen Themenspektrum ein. Sie fordern auf, gesellschaftliche und politische Diskussionen sowie mediale Darstellungen etc. zu hinterfragen – und hinter die Fragen zu blicken.

Ausstellungseröffnung am 12. August um 18.30 Uhr, zu der alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen sind. Frau Bürgermeisterin Garbes und Herr Jacques Delfeld, der Vorsitzende des rheinland-pfälzischen Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma werden die Ausstellung eröffnen. ist angefragt. Workshops für die Trierer Schulen sind nach Terminvereinbarung im Zeitraum 26. bis 28. August 2019 möglich (Tel. 06341 85053, info@vdsr-rlp.de).

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„45 Jahre Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma“

Ausstellung vom 14. Januar bis 1. Februar 2019 im

 

Rathaus der Verbandsgemeinde Nieder-Olm
Pariser Straße 110
55268 Nieder-Olm

Ausstellungseröffnung und Filmvorführung „Roma: Bürger zweiter Klasse?“
am 15. Januar 2019, 17 Uhr

Die vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma entwickelte Ausstellung würdigt den langen Kampf der Sinti und Roma um Bürgerrechte, gesellschaftliche Akzeptanz, Anerkennung der an ihnen begangenen Verbrechen im Nationalsozialismus und um eine Entschädigung der Opfer. Erst durch die politische Selbstorganisation der Betroffenen und der Gründung einer Bürgerrechtsbewegung wurde es möglich, die nach 1945 fortbestehenden rassistischen Denkmuster und die Deutungshoheit der ehemaligen Täter zu brechen und einen gesellschaftlichen Wandlungsprozess einzuleiten.

 

Filmvorführung und Gespräch „Roma: Bürger zweiter Klasse?“ am 15. Januar 2019, 18 Uhr im Anschluss an die Ausstellungseröffnung

Vorurteile und Misstrauen gegenüber den Roma sind seit Jahrhunderten in ganz Europa verbreitet. Politische Fehlentscheidungen, Populismus und Fremdenhass – die Geschichte der Roma steht symptomatisch für ein Problem, das ganz Europa betrifft. Die französischen Filmemacher gehen in ganz Europa der Frage nach, weshalb sich Klischees und Vorurteile gegen Roma bis heute hartnäckig halten, wer die Roma wirklich sind, wie sie leben und welche Rolle sie heute in Europa spielen. Im Anschluss an die Filmvorführung findet eine Diskussion statt.

 

Pädagogisches Angebot für Schulen

Der Landesverband Deutscher Sinti und Roma bietet die Möglichkeit der vertiefenden Bildungsarbeit zum nationalsozialistischen Völkermord an den Sinti und Roma sowie der heutigen Lebensbedingungen als Minderheit in der Mehrheitsgesellschaft. Wir kommen an die Schulen und gestalten aktiv den Unterricht in Geschichte, Religion, Sozial- und Gemeinschaftskunde in Absprache mit den Lehrerinnen und Lehrern. Dabei gehen wir von konkreten regionalen Ereignissen und Biographien aus.

Kontakt zur Terminvereinbarung www.vdsr-rlp.de

Kooperationspartner: Projekt „Kommune Inklusiv Verbandsgemeinde Nieder-Olm“, Verbandsgemeinde Nieder-Olm und Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Rheinland-Pfalz

Öffnungszeiten der Ausstellung:

Montags 08:30 Uhr – 16:00 Uhr, dienstags 08:30 Uhr – 19:00 Uhr, mittwochs 08:30 Uhr – 12:30 Uhr, donnerstags 08:30 Uhr – 16:00 Uhr, freitags 07:00 Uhr – 12:30 Uhr, samstags 09:30 Uhr – 11:30 Uhr

 

 

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Sinti & Roma Musik- und Kulturfest AVEN 2018

„Gypsy-Saitenspiele“ mit Julio Weiss Quartett und Winterstein Sintett

 Samstag, 8. September 2018, 20 Uhr

Haus am Westbahnhof
An 44 Nr. 40 a

 

Mit AVEN – KOMMT lädt der rheinland-pfälzische Landesverband Deutscher Sinti und Roma zum Konzertabend „Gypsy-Saitenspiele“ mit den beiden Nachwuchsbands Julio Weiss Quartett und dem Winterstein Sintett ins Landauer Haus am Westbahnhof ein.

 

Nach dem erfolgreichen französischen Kinofilm „Django – Ein Leben für die Musik“ soll der legendäre Gitarrist Django Reinhardt im Mittelpunkt stehen. Kein anderer Sinti-Musiker hatte solch einen prägenden und stilistischen Einfluss auf die folgenden Generationen der jungen Musiker. Deshalb steht die Gitarre, gespielt von jungen Musikern im Mittelpunkt.

 

Aus Landau sind das Julio und Jasin Weiss, die von den erfahrenen Jensi Reinhardt auf der Geige und Bobeye Reinhardt auf dem Kontrabass begleitet werden. Sie alle sind von der lokalen Sinti-Musik-Szene, wo viele Familienmitglieder seit Generationen musizieren, ausgebildet worden und lassen den ursprünglichen Gypsy-Swing in der klassischen Besetzung aufleben.
Im Winterstein Sintett aus Würzburg gibt es die fünf Gitarren von der Musikerin Nucki, Dino, Ditto, Sancho Winterstein und Mano Guttenberger. Am Kontrabass spielt Simon Ort und die Sängerinnen Lateefah und Jamira Windgassen bereichern die Jazz-Stücke von Django Reinhardt mit Chansons und traditionellen Liedern der Sinti. Was als Schülerband begann, hat heute schon eine CD produziert: „Mug De Djal“ – „Lass es Krachen“!

Kartenreservierung: 06341-85053, info@vdsr-rlp.de

Eintritt: 12 Euro / 10 Euro ermäßigt

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Ausstellung „45 Jahre Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma“

Die vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma entwickelte Ausstellung wird vom 14. Mai bis 12. August 2018 in der Gedenkstätte KZ Osthofen gezeigt.

Filmvorführung und Diskussion „Roma: Bürger zweiter Klasse?“                am 13. Juni 2018 um 18 Uhr in der Gedenkstätte KZ Osthofen

Die französischen Filmemacher gehen in ganz Europa der Frage nach, weshalb sich Klischees und Vorurteile gegen Roma bis heute hartnäckig halten, wer die Roma wirklich sind, wie sie leben und welche Rolle sie heute in Europa spielen.

Im Anschluss an die Filmvorführung findet eine Diskussion mit Jacques Delfeld statt, dem Vorsitzenden des Verbandes Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Rheinland-Pfalz. Warum begegnet die Mehrheitsbevölkerung gerade dieser Minderheit mit so viel Hass und Misstrauen? Der 90-minütige Dokumentationsfilm von Samuel Lajus beleuchtet die Wirkungsweisen und Dimensionen des Antiziganismus in Europa. Er porträtiert Menschen, die täglich Diskriminierung und Ausgrenzung erleben und Angehörige der Minderheit, die politisch gegen den Antiziganismus kämpfen.

 

Die Ausstellung zeigt die Meilensteine der Bürgerrechtsarbeit von der Gründung des damals „Zentral-Komitee der Sinti West-Deutschlands“ genannten Sinti-Verbands im Jahr 1971 bis zur heutigen Arbeit des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma. Fotografien aus fünf Jahrzehnten lenken den Blick auf bekannte und bisher weniger bekannte Ereignisse der Bürgerrechtsarbeit. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die NS-Verbrechen an Sinti und Roma über Jahrzehnte hinweg beschwiegen und die Überlebenden erneut ausgegrenzt und ins Abseits gedrängt. Die Verantwortlichen des Völkermordes hingegen konnten in vielen Fällen als respektierte Mitglieder der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft weiterleben und ohne Angst vor Bestrafung ihre Karrieren fortsetzen. Der Bürgerrechtsbewegung deutscher Sinti und Roma ist es gelungen, die NS-Vergangenheit zum gesellschaftlichen Thema zu machen und immer wieder erfolgreich für die Belange der Minderheit einzutreten.

Neben vielen einzelnen Persönlichkeiten werden die aufsehenerregenden Aktionen, wie etwa der Hungerstreik im ehemaligen Konzentrationslager Dachau 1980, näher beleuchtet. Dabei sehen die Ausstellungsmacher die Bürgerrechtsarbeit noch lange nicht als abgeschlossen und richten sich mit ihrer Präsentation auch an jungen Menschen, die diesen Weg weiter gehen werden. In Anbetracht eines bis heute weit verbreiteten Antiziganismus und der schwierigen Lage von Sinti und Roma in vielen Ländern Europas, handelt es sich um die historische Einbettung eines sehr aktuellen Themas. Das Eintreten für Gleichberechtigung und Menschenrechte, von dem die Ausstellung berichtet, ist bis heute notwendig.

 

 

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Benefizkonzert zugunsten der Rumänienarbeit von Mallersdorfer Schwestern

Gipsy Swing

Jermaine Reinhardt & Friends, Gastsänger Django Reinhardt

Pfingstsamstag, 19.5.2018

17 Uhr, Forum Alte Post,

Poststr.2, 66954 Pirmasens

Ohrenschmaus für einen vergnüglichen Frühlingsnachmittag ist die Musik der Koblenzer Familie Reinhardt. Sie sind Nachfahren des legendären Gitarristen Django Reinhardt, der mit dem Hot Club de France den europäischen Jazz entwickelte. Seine Tradition bewahren Jermaine (Sologitarre), Marlon (Rhythmusgitarre) und Sascha (Bassgitarre) und führen seinen musikalischen Stil zu fetzigem Swing-Jazz zu Latin und Sinti-Folklore weiter. Sie sind in einer Familie groß geworden, in der das Bewahren und Weiterentwickeln von Sinti-Musik eine große Rolle spielt – Vater und Großvater Daweli Reinhardt hat das „Schnuckenack Reinhardt Quintett“ mitbegründet. Jazzig, frisch und dynamisch, mit packenden Duellen auf Gitarren, melodiöser Vielfalt und faszinierenden Improvisationen präsentiert das Trio Bekanntes sowie Eigenkompositionen und Gastsänger Django bringt einige Swing-Welthits ein.

Der Eintritt ist frei – um Spenden wird gebeten

Im Rahmen des Pirmasenser Gedenkprojektes an alle Opfer des Nationalsozialismus wurde am 8. Mai 2018 in der Klosterstraße 1a/Schloßstraße eine Gedenktafel für die Sintikinder Anna und Robert Reinhardt angebracht. Anna und Robert lebten damals im Nardini-Haus und wurden 1943 deportiert. Sie wurden mit ihren Eltern und vielen Verwandten in Auschwitz ermordet.

Die Mallersdorfer Schwestern haben über viele Jahre hinweg Projekte in Rumänien für Roma-Kinder aufgebaut und unterstützt. Sie wissen auch heute, wo Unterstützung besonders dringend gebraucht wird. Deshalb lädt der rheinland-pfälzische Landesverband Deutscher Sinti und Roma und der AK Geschichte der Juden in Pirmasens mit Unterstützung der Stadt Pirmasens zu diesem Benefizkonzert ein.

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Anbringung der Gedenktafel für Anna und Robert Reinhardt

am 8. Mai 2018, 14 Uhr in Pirmasens, Klosterstr. 1a Ecke Schloßstraße

Im Rahmen der Gedenk – und Erinnerungsarbeit an durch das nationalsozialistische Regime verfolgte Pirmasenser Mitbürger wird für die beiden Geschwister Anna und Robert Reinhardt eine Gedenktafel angebracht. Sie lebten ab 1936 im Katholischen Nardini-Kinderhaus in Pirmasens. Auf Anordnung der Nationalsozialisten wurden sie 1943 zu ihren Eltern nach Rodalben gebracht. Mit der ganzen Familie wurden sie von dort nach Auschwitz deportiert, wo Anna, Robert, die Eltern und ein Großteil der Verwandten ermordet wurden. Der rheinland-pfälzische Verband deutscher Sinti und Roma hat sich über viele Jahre um ein Gedenken an das Leid dieser Kinder bemüht. In einem erschütternden Dokument von 1957 wird geschildert, wie der 14-jährige Robert in vollem Wissen, was seine Familie und ihn nach der Deportation erwartet, sich mit seinem bevorstehenden Tod auseinandersetzt und von seiner Klassenlehrerin und Vertrauensperson verabschiedet.

Michael Weiss, Vorstands- und Gründungsmitglied des rheinland-pfälzischen Verbandes deutscher Sinti und Roma, hofft, dass diese Gedenktafel dazu beiträgt, dass das Schicksal von Anna und Robert Reinhardt und ihren Eltern und Geschwistern unvergessen bleibt. Zuerst wurden sie ausgegrenzt, weil sie einer Gruppe angehörten, dann wurden sie planmäßig ermordet. Ihr Schicksal muss erinnert werden, wenn nationalistische und populistische Bewegungen die Spaltung der Gesellschaft immer weiter vorantreiben und lange Zeit selbstverständliche Errungenschaften der offenen demokratischen Gesellschaft zunehmend infrage gestellt werden.

 

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Gedenken an verschleppte und ermordete Sinti und Roma

Am Freitag, den 23. März 2018 um 16 Uhr

gedenkt der Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Rheinland-Pfalz am Mahnmal für Opfer des Faschismus, Lutherplatz, im Adenauerring in Worms den Opfern des Holocaust

Auf Initiative des Verbandes Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Rheinland-Pfalz, gedenkt der Verband Deutscher Sinti und Roma gemeinsam mit dem Oberbürgermeister der Stadt Worms, Michael Kissel, der Opfer des Holocaust. In Worms und Umgebung leben noch einige hoch betagte Menschen, die aus den Konzentrationslagern in ihre Heimat zurückgekehrt sind, deren Schicksal gewürdigt wird.

1940 fanden die ersten Deportationen ganzer Sinti-Familien statt. Noch vor den jüdischen Bürgern wurden mit dieser ersten Verschleppungsaktion der Nationalsozialisten insgesamt 2.800 Sinti und Roma in die polnischen Ghettos und Konzentrationslager verschleppt, unter ihnen auch die Wormser Sinti-Familien. Die Aktion galt als „Modellversuch“ und funktionierte reibungslos.

Auf Verfügung Himmlers wurden vor 75 Jahren ab März 1943 die noch in Deutschland und den besetzten Gebieten lebenden Sinti und Roma größtenteils in das im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau eingerichtete „Zigeunerlager“ deportiert und bis auf wenige Überlebende umgebracht.

Gemeinsam mit den Überlebenden des Holocaust und deren Familien möchte der Verband den aus Worms verschleppten Sinti und Roma gedenken.

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