Anbringung der Gedenktafel für Anna und Robert Reinhardt

am 8. Mai 2018, 14 Uhr in Pirmasens, Klosterstr. 1a Ecke Schloßstraße

Im Rahmen der Gedenk – und Erinnerungsarbeit an durch das nationalsozialistische Regime verfolgte Pirmasenser Mitbürger wird für die beiden Geschwister Anna und Robert Reinhardt eine Gedenktafel angebracht. Sie lebten ab 1936 im Katholischen Nardini-Kinderhaus in Pirmasens. Auf Anordnung der Nationalsozialisten wurden sie 1943 zu ihren Eltern nach Rodalben gebracht. Mit der ganzen Familie wurden sie von dort nach Auschwitz deportiert, wo Anna, Robert, die Eltern und ein Großteil der Verwandten ermordet wurden. Der rheinland-pfälzische Verband deutscher Sinti und Roma hat sich über viele Jahre um ein Gedenken an das Leid dieser Kinder bemüht. In einem erschütternden Dokument von 1957 wird geschildert, wie der 14-jährige Robert in vollem Wissen, was seine Familie und ihn nach der Deportation erwartet, sich mit seinem bevorstehenden Tod auseinandersetzt und von seiner Klassenlehrerin und Vertrauensperson verabschiedet.

Michael Weiss, Vorstands- und Gründungsmitglied des rheinland-pfälzischen Verbandes deutscher Sinti und Roma, hofft, dass diese Gedenktafel dazu beiträgt, dass das Schicksal von Anna und Robert Reinhardt und ihren Eltern und Geschwistern unvergessen bleibt. Zuerst wurden sie ausgegrenzt, weil sie einer Gruppe angehörten, dann wurden sie planmäßig ermordet. Ihr Schicksal muss erinnert werden, wenn nationalistische und populistische Bewegungen die Spaltung der Gesellschaft immer weiter vorantreiben und lange Zeit selbstverständliche Errungenschaften der offenen demokratischen Gesellschaft zunehmend infrage gestellt werden.

 

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