Zwischen Bewunderung und Ausgrenzung – Antiziganismus in Deutschland: Podiumsgespräch mit Dotschy Reinhardt und Jacques Delfeld

Freitag, 13. Oktober 2017 um 19.30 Uhr

Café L Lebenshilfe, Hafergasse 5, Worms

Dotschy Reinhardt, Künstlerin, Buchautorin und Menschenrechtsaktivistin, und Jacques Delfeld, Vorsitzender des rheinland-pfälzischen Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma, berichten von den Erlebnissen ihrer Familien und den eigenen Erfahrungen, was es heißt als Sinti in Deutschland zu leben und sich dazu auch zu bekennen. Umfragen und Einstellungsstudien belegen immer wieder, dass Sinti und Roma von allen Minderheiten am meisten abgelehnt werden. Der Rassismus gegenüber Sinti und Roma kann als Messlatte unserer Demokratie gelten. Althergebrachte Vorurteilsstrukturen, Feindbilder und zugewiesene Sündenbockfunktionen begegnen Sinti und Roma immer wieder im alltäglichen Leben ebenso wie romantisierende Vorstellungen.

Der Antiziganismus als spezielle Form des Rassismus ist eines der am weitesten verbreiteten und wirkungsmächtigsten Ressentiments unserer Zeit. Im Gegensatz zum Antisemitismus ist der Antiziganismus gesellschaftlich noch immer nicht geächtet. Die menschenunwürdige Lebenssituation vieler Roma in Europa ist Ausdruck und Ergebnis von Rassismus, und sie dient gleichzeitig immer wieder als Bestätigung für alle rassistischen Klischees. Damit wird die Schuld an den menschenverachtenden Lebensbedingungen denen zugeordnet, die Opfer des Rassismus sind.

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