Mit großer Dankbarkeit müssen wir nun Abschied nehmen

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma und der gesamte Vorstand des rheinland-pfälzischen Landesverbandes trauern um den Verlust von Adalbert Heilig, der die Verbandsarbeit in Rheinland-Pfalz als aktives Vorstandsmitglied und anschließend als wichtiger Berater im Ältestenrat maßgeblich geprägt und unterstützt hat.

1936 im Kreis Bremervörde geboren musste Adalbert Heilig schon in jungen Jahren Ausgrenzung und Diskriminierung erfahren. 1941 floh er vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten ins besetzte Polen und in die Tschechoslowakei und überlebte bis zur Befreiung an wechselnden Orten in der Illegalität.

Herr Heilig engagierte sich als Überlebender des Holocaust in hohem Maß in der Entschädigungs- und Gedenkarbeit und als aktives Mitglied im Vorstand. Über viele Jahre begleitete er die Delegationen des Zentralrats zur internationalen Gedenkfeier nach Auschwitz-Birkenau. Als Zeitzeuge klärte er über die Verfolgung der Sinti und Roma während des Nationalsozialismus auf und führte in diesem Zusammenhang Besuchergruppen durch die vom Landesverband konzipierte Ausstellung „Die Überlebenden sind die Ausnahme“. Herr Heilig hatte sich der Aufgabe gestellt, als Zeitzeuge aufzuzeigen, wohin Rassenideologie und Rechtsradikalismus führen.

Mit dieser Arbeit reichte er die Hand zur Versöhnung und erwarb bei allen, die ihm begegnen durften, Respekt und Anerkennung für die Bürgerrechtsarbeit der Sinti und Roma. Bis zuletzt hat er trotz seines hohen Alters und seiner schweren Erkrankung in der Region Kaiserslautern aber auch in ganz Rheinland-Pfalz die Angehörigen der Minderheit beraten und unterstützt. „Ich bedauere es zutiefst, dass wir nun Abschied von Herrn Adalbert Heilig nehmen müssen“ so der Vorsitzende des Rheinland-Pfälzischen Landesverbandes, Jacques Delfeld, „denn mit seinem Tod fehlt unwiederbringlich erneut eine wichtige Persönlichkeit unter den Sinti.“ Der Vorsitzende des Zentralrats, Romani Rose, würdigte Adalbert Heilig als einen guten Freund und engagierten Mitstreiter für die Bürgerrechte der Sinti und Roma.

Veröffentlicht am Kategorien Aktuelles

Zum Tod von Dr. Heiner Geißler

 

Der Landesverband Deutscher Sinti und Roma trauert um den großen Freund und Unterstützer der rheinland-pfälzischen Bürgerrechtsarbeit Dr. Heiner Geißler. Bereits 1988 besuchte er den Gedenkgottesdienst im Speyer Dom, der an die nationalsozialistische Verfolgung der Sinti und Roma erinnerte. Dort traf er nach über 50 Jahren seinen ältesten Freund, einen Sinto, wieder. In den 1930iger Jahren waren sie in Ravensburg eng befreundet – sowohl in der Schule als auch am Nachmittag zu Hause.

Anlässlich seines Besuches der Sinti-Werkstatt in Albersweiler 1988 sagte er als MdB und CDU-Generalsekretär, dass Sinti und Roma als Verfolgte des nationalsozialistischen Regimes in besonderer Weise einen Anspruch auf Hilfe haben, um eine gleichberechtige Stellung zu erhalten und weiterzuentwickeln. Er besuchte als -damals noch- erster Bonner Politiker die Werkstatt und wollte damit auch den künstlerischen Beitrag der Sinti und Roma würdigen und die Förderung unterstützen.

Jacques Delfeld würdigte Dr. Heiner Geißler als großen deutschen Politiker, auf Landes- und Bundesebene, zuweilen streitbar und unbequem, aber immer innovativ und zukunftsorientiert. „Auch nach der Ausübung seiner politischen Ämter war sein philosophischer Blick auf den Menschen und den Erhalt unserer Natur einmalig und von Bedeutung“, so der Vorsitzende des Landesverbandes der Deutschen Sinti und Roma. „Er wird uns fehlen.“

 

 

 

Veröffentlicht am Kategorien Aktuelles